Insofern sei aus Sicht des Landes allein eine »große« Lösung, also das Zusammengehen Mülheims mit Essen zeitgemäß, um den Betrieb einer Großrechenanlage zu rechtfertigen. Darüber hinaus ordnete das Land Mülheim dem Ruhrgebiet als »Ballungskern« zu, was eine Kooperation mit Essen umso zielführender mache. Eben diese Raumvorstellung des Landes war einer der zentralen Knackpunkte in der Diskussion um die KDVZ. Denn mit der Zuordnung zum Rechenzentrum Essen wurde auch Mülheim als Ganzes dem Ruhrgebiet zugeordnet, was indes dem Wunsch und Selbstverständnis Mülheims nach einer Zuordnung ins Bergische Land und gen Mettmann – und damit wiederum eine Orientierung Mülheims zur Landeshauptstadt Düsseldorf – widersprach.
Das politisch brisanteste Argument für ein Zusammengehen Mülheims mit dem Rechenzentrum in Essen lag in dem Hinweis des Landes NRW auf die »Leitlinien der kommunalen Neugliederung«, die einer gemeinsamen KDVZ Essen-Mülheim entsprächen. Die Kommunale Gebietsreform der 1970er Jahre war in kleinen Kommunen und in Mittelzentren wie Mülheim umstritten, weil Oberzentren wie Essen durch die Neugliederung an Einfluss gewannen, dem Mülheim sich durch eine digitale Kooperation mit Mettmann ein Stück weit entziehen wollte.